voiio-Studie zu den Auswirkungen der Wechseljahre im Beruf zeigt: Sieben von zehn Frauen in den Wechseljahren halten das Thema im Berufsleben für unterschätzt
Berlin, Juli 2026. Frauen, die sich in den Wechseljahren befinden, wünschen sich in der Mehrheit mehr Aufmerksamkeit für dieses Thema. Das ist ein Ergebnis der aktuellen Studie „Arbeit in den Wechseljahren“, für die das Marktforschungsinstitut bilendi im Auftrag von voiio, 1.037 Frauen befragte, die sich in den Wechseljahren befinden oder diese abgeschlossen haben. Demnach halten 70 % der betroffenen Frauen die Wechseljahre für ein unterschätztes Thema im Berufsleben. Dieser Einschätzung steht ein fast flächendeckendes Desinteresse auf Arbeitgeberseite gegenüber. Denn gerade einmal 3 % der befragten Frauen geben an, dass ihr Unternehmen Maßnahmen zur Unterstützung von Frauen in den Wechseljahren anbietet. 78 % berichten dagegen von einem fehlenden Arbeitgeberangebot in diesem Kontext. 19 % wissen nicht, ob solche Maßnahmen vorhanden sind. Damit bleibt ein Thema, das für viele berufserfahrene Frauen zum Alltag gehört, in der betrieblichen Praxis weitgehend unsichtbar.
Jede zweite Arbeitnehmerin registriert Auswirkungen auf ihren Beruf
Die Ergebnisse der Studie zeichnen zugleich ein differenziertes Bild davon, wie konkret sich Beschwerden aufgrund der Wechseljahre auf das Berufsleben auswirken. Fest steht: Für mehr als die Hälfte der Frauen machen sie sich bemerkbar. 14 % der Befragten erleben immer oder oft Beschwerden im Arbeitsalltag, weitere 41 % berichten von gelegentlichen Beeinflussungen. Unter den Frauen, die diese erleben, beschreiben fast ein Drittel (30 %) deren Einfluss auf die berufliche Leistungsfähigkeit als stark. Am häufigsten berichten betroffene Frauen davon, schneller erschöpft zu sein. 78 % nennen dies als Symptom. 56 % fühlen sich emotional weniger belastbar, 58 % erleben stärkere Schwankungen ihrer Leistungsfähigkeit. Weitere 53 % fühlen sich im Arbeitsalltag schneller gereizt oder weniger ausgeglichen. 55 % berichten von Konzentrationsproblemen, 42 % bemerken, länger für Aufgaben zu benötigen.
Viele Frauen arbeiten einfach weiter und greifen auf Medikamente zurück
Wenn es um den Umgang mit ihren Beschwerden geht, verfahren die meisten Frauen nach dem Prinzip „Augen zu und durchhalten“. Gerade einmal jede zehnte Frau in den Wechseljahren meldet sich transparent krank oder hat das schon einmal getan. 18 % nennen stattdessen andere Gründe. Häufiger kommt es vor, dass betroffene Frauen trotz Beschwerden weiterarbeiten: 62 % sagen, sie arbeiten trotz Beschwerden einfach weiter. 41 % von diesen weiterarbeitenden Beschäftigten nehmen Medikamente dafür oder haben das zumindest schon getan.
Frauen wollen nicht als weniger belastbar wahrgenommen werden
Als Gesprächsthema lassen Frauen ihren Umgang mit den Wechseljahren in erster Linie nur dort zu, wo sie persönliches Vertrauen fassen. So geben nahezu zwei Drittel von ihnen (65 %) an, mit engen weiblichen Kolleginnen über das Thema sprechen zu können. Im gesamten Team schätzen dies nur noch 34 % so ein. Anlaufstellen im Unternehmen spielen dagegen kaum eine Rolle. Nur 5 % sprechen mit der HR-Abteilung über die Wechseljahre und die daraus entstehenden Beschwerden. Auch Führungskräfte werden überwiegend nicht als Dialogpartner gesehen. Gegenüber einer männlichen Führungskraft sprechen nur 8 % das Thema an, gegenüber einer weiblichen Führungskraft immerhin 28 %. Die Gründe für die Zurückhaltung gegenüber dem Arbeitgeber zeigen, wie sensibel das Thema von Frauen im Arbeitskontext wahrgenommen wird. 64 % der Frauen, die nicht mit der Personalabteilung über die Wechseljahre sprechen, möchten nicht als weniger belastbar wahrgenommen werden. Dies ist auch für 65 % der Frauen, die nicht mit einer weiblichen Führungskraft darüber sprechen möchten, ein wichtiges Argument. Genau die Hälfte erwartet nicht einmal Verständnis von einer Frau als Vorgesetzte. Genauso hoch ist der Anteil derjenigen, die bei männlichen Führungskräften fehlendes Einfühlungsvermögen annehmen.
Jede zweite Frau wünscht sich mehr Aufmerksamkeit für das Thema
Insgesamt 41 % der Frauen in den Wechseljahren haben das Gefühl, dass das Thema bei ihrem aktuellen Arbeitgeber ein Tabu ist, nur 34 % verneinen dies. Gleichzeitig wünschen sich viele Frauen aber mehr Aufmerksamkeit für das Thema. 49 % wünschen sich mehr Aufmerksamkeit von Führungskräften, 50 % einen offeneren Umgang durch die Personalabteilung. „Viele Frauen in den Wechseljahren bringen wertvolle Erfahrung, Wissen und Verantwortung in ihr Arbeitsumfeld ein – genau deshalb sollten Arbeitgeber das Thema nicht als Randfrage behandeln. Es geht nicht darum, Frauen in dieser Lebensphase als weniger leistungsfähig zu betrachten. Im Gegenteil: Unternehmen sollten Bedingungen schaffen, unter denen erfahrene Mitarbeiterinnen ihre Stärken weiterhin gut einsetzen können. Dafür braucht es flexible Rahmenbedingungen, sensibilisierte Führungskräfte und eine HR-Kultur, die Unterstützung ermöglicht, ohne Beschäftigte unter Rechtfertigungsdruck zu setzen“, sagt Kerstin Michels, Geschäftsführerin von voiio. Zu dieser Einschätzung passt:Unter den konkret gewünschten Unterstützungsangeboten stehen flexible Arbeitszeit- und Arbeitsortregelungen an erster Stelle. Ein Viertel der Frauen (24 %) nennen diese als primären Wunsch. 14 % erwarten eine bessere Aufklärung und Schulung der HR-Abteilung, jeweils 9 % eine bessere Schulung von Führungskräften oder anonyme Beratung.
Über die Studie
Für die Umfrage zum Thema Wechseljahre im Beruf wurden 1.037 Frauen befragt, die eigenen Angaben zufolge in den Wechseljahren sind oder diese als abgeschlossen einschätzen. 44,6 % der Teilnehmerinnen befanden sich zum Zeitpunkt der Befragung in den Wechseljahren, 55,4 % schätzten diese als abgeschlossen ein. Das Durchschnittsalter der befragten Frauen lag bei 57 Jahren. Der Befragungszeitraum war im April 2026. Die Studie wurde von voiio beim Marktforschungsinstitut bilendi in Auftrag gegeben.
Über voiio
voiio ist eine Plattform zur Verbesserung von Vereinbarkeit und mentaler Gesundheit in Unternehmen. Das 2018 in Berlin gegründete Unternehmen vereint Employee Assistance Program (EAP), Familienservice und Präventionsangebote auf einer zentralen Plattform. Dort bündelt voiio mehr als 3.000 qualitätsgeprüfte Angebote aus den Bereichen Gesundheit, Familie und Arbeit – personalisiert und passgenau auf die individuelle Lebenslage der Mitarbeitenden abgestimmt. Mitarbeitende erhalten Unterstützung in Krisensituationen – von psychologischer Beratung über Kinderbetreuung bis hin zur Vermittlung von Pflegeplätzen – sowie Zugang zu tausenden Präventionsangeboten rund um Gesundheit, Familie und Arbeit. Bereits mehr als 1.000 Unternehmen vertrauen auf voiio, um Mitarbeitende zu entlasten und Fehlzeiten zu reduzieren.
